Urlaubstagebuch – Tag 2

Nach einem entspannten Abend am See und einer ruhigen Nacht begann unser zweiter Urlaubstag ganz gemütlich.

Am Morgen packten wir unser kleines Lager zusammen und nahmen unser Frühstück noch einmal mit hinunter ans Wasser. Mit Blick auf den ruhigen See schmeckte selbst ein einfaches Frühstück irgendwie besser. Bevor wir weiterfuhren, genossen wir noch einmal die friedliche Atmosphäre dieses Ortes.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, das wir bereits vor der Reise ausgesucht hatten. Etwa 45 Minuten führte uns die Strecke durch die typisch schwedische Landschaft.

Je weiter wir fuhren, desto schöner wurde die Umgebung. Kleine rote Höfe lagen eingebettet zwischen weiten Wiesen und Feldern, schmale Straßen schlängelten sich durch dichte Wälder und immer wieder eröffneten sich neue Ausblicke auf glitzernde Seen. Die Landschaft wirkte beinahe wie aus einem Bilderbuch. Hinter jeder Kurve gab es etwas Neues zu entdecken, sodass selbst die Autofahrt zu einem Erlebnis wurde.

An unserem neuen Schlafplatz angekommen, machten wir zunächst das, was mittlerweile schon zur kleinen Tradition geworden war: Wir erkundeten erst einmal die Umgebung.

Der Parkplatz lag keine zehn Meter vom Wasser entfernt. Vor uns befand sich ein kleiner, fast versteckt wirkender Badeplatz mit einem Steg, der den flachen Uferbereich vom tieferen Wasser trennte.

„Perfekt.“

Da außerdem kaum jemand dort war, holten wir unsere Campingstühle, etwas zum Knabbern und die Hängematte aus dem Auto und machten es uns direkt am Strand gemütlich. Immer wieder kamen einzelne Badegäste vorbei, um sich im See abzukühlen, doch insgesamt blieb es angenehm ruhig.

Als die letzten Badegäste ihre Sachen zusammenpackten und den Platz verließen, fiel mein Blick auf die immer dunkler werdende Wolkenfront. Innerhalb weniger Minuten zog der Himmel komplett zu. Wir räumten schnell unsere Sachen zusammen und setzten uns ins Auto.

Kurz darauf prasselte das Unwetter über uns hinweg. Starker Regen trommelte auf das Autodach und sogar Hagel mischte sich darunter. Etwa eine halbe Stunde später war der Spuk vorbei. Die Wolken lockerten langsam wieder auf und über dem See begann sich ein feiner Nebelschleier zu bilden.

Genau in diesem Moment kam mir eine spontane Idee.

„Ich gehe jetzt baden.“

Meine Freundin schaute mich erst ungläubig an und erklärte mich für verrückt. Nach kurzem Zögern entschied sie sich aber doch, mitzukommen.

Es brauchte ein wenig Überwindung, bis wir schließlich ins Wasser gingen. Die ersten Schritte waren eisig kalt, doch nach kurzer Zeit gewöhnte sich der Körper an die Temperatur. Um uns herum lag der See nahezu regungslos. Über der Wasseroberfläche schwebte ein feiner Nebel, während sich die dunklen Wolken und die umliegenden Bäume fast perfekt im Wasser spiegelten. Außer uns war niemand mehr da. Es war einer dieser seltenen Momente, in denen man einfach innehält und die Natur auf sich wirken lässt.

Nach einer Weile entdeckte ich einen einzelnen Felsen, der aus dem Wasser ragte. Natürlich musste ich dorthin schwimmen. Oben angekommen blieb ich einen Moment stehen und ließ den Blick über den stillen See schweifen. Die Kombination aus dem kühlen Wasser, dem aufsteigenden Nebel und der völligen Ruhe machte diesen Augenblick zu etwas ganz Besonderem.

Wieder zurück am Ufer trockneten wir uns ab und machten es uns für den Abend noch einmal gemütlich. Es gab Abendessen, anschließend ließen wir den Tag bei einem kleinen Lagerfeuer ausklingen und beobachteten, wie langsam die Dämmerung über den See zog.

Unser zweiter Urlaubstag hätte abwechslungsreicher kaum sein können: eine wunderschöne Fahrt durch die schwedische Landschaft, ein heftiges Unwetter und zum Abschluss ein Bad in einem nebligen See – ein Erlebnis, an das wir uns sicher noch lange erinnern werden.

Ein Kommentar

  1. Unglaubliches Foto. Ich hatte ja bereits schon erwähnt, das ich jetzt Neid auf einem ganz anderen Niveau empfinde 😅.

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