Urlaubstagebuch – Tag 3

Nach einer langen und erholsamen Nacht wachten wir in unserem Dachzelt auf. Wie schon an den vergangenen Tagen führte uns der erste Weg direkt zum Wasser. Mit Blick auf den ruhigen See genossen wir unser Frühstück und ließen den Morgen ganz entspannt beginnen.

Anschließend packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zum nächsten Ziel, das wir bereits am Vorabend herausgesucht hatten. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt erreichten wir einen etwas weiter nördlich gelegenen Parkplatz. Von dort aus liefen wir zunächst zu einem Aussichtspunkt.

Vor uns erstreckte sich die typisch schwedische Landschaft: sanfte Hügel, weitläufige Felder, dichte Wälder. Die Ruhe war beeindruckend. Kein Verkehrslärm, keine Menschenmassen – nur der Wind, das Zwitschern der Vögel und ein weiter Blick über die Landschaft.

Da das Wetter perfekt zum Wandern war, beschlossen wir spontan, eine rund vierstündige Tour zu unternehmen.

Unser Weg führte uns durch dichte Wälder, vorbei an typischen schwedischen Höfen und den für die Region charakteristischen rot gestrichenen Holzhäusern. Immer wieder wechselte die Landschaft zwischen offenen Wiesen und schattigen Waldwegen, sodass die Wanderung nie langweilig wurde.

Nach einiger Zeit erreichten wir einen kleinen Fluss. Um auf die andere Seite zu gelangen, mussten wir eine kleine handbetriebene Seilfähre benutzen. Allerdings war eines der Seile gerissen, sodass das Floß auf der gegenüberliegenden Seite festsaß und wir nicht hinüberkamen.

Kurz überlegte ich sogar, einfach durch den Fluss zu schwimmen.

Zum Glück bemerkten zwei Schweden unsere Situation. Sie kamen zu uns, brachten das Floß auf unsere Seite und gemeinsam reparierten wir das gerissene Seil provisorisch, sodass wir sicher übersetzen konnten. Nach einem freundlichen Dank verabschiedeten wir uns und setzten unsere Wanderung fort.

Wenig später führte uns unsere Navigations-App mitten durch eine Schafweide.

Meine Freundin freute sich riesig und wollte die Tiere unbedingt streicheln. Ich war noch dabei zu sagen, dass wir lieber etwas Abstand halten sollten, als der Bock der Herde bereits auf uns zukam. Zunächst ließ er sich tatsächlich kurz streicheln. Doch plötzlich scharrte er mit den Hufen, senkte den Kopf und nahm Anlauf.

Zum Glück konnte meine Freundin rechtzeitig ausweichen und es passierte nichts. Trotzdem beschlossen wir, den restlichen Weg mit einem großzügigen Sicherheitsabstand um die Herde herumzugehen.

Gerade als wir dachten, das kleine Abenteuer läge hinter uns, bemerkten wir, dass wir inzwischen mitten zwischen einer Gruppe großer Rinder mit beeindruckenden Hörnern standen.

Aus Respekt vor den Tieren gingen wir ganz langsam und ruhig weiter, vermieden hektische Bewegungen und hielten möglichst viel Abstand. Glücklicherweise blieben auch diese Begegnungen friedlich und wir konnten unseren Weg ohne weitere Zwischenfälle fortsetzen.

Die letzten Kilometer führten uns vorbei an frei laufenden Hasen, neugierigen Pferden und weiteren kleinen Höfen zurück zu unserem Auto. Nach vier Stunden und vielen besonderen Eindrücken waren wir zwar müde, aber mehr als zufrieden mit unserer Entscheidung, diese Wanderung gemacht zu haben.

Obwohl es inzwischen bereits halb acht am Abend war, entschieden wir uns, nicht an diesem Ort zu übernachten. Also machten wir uns noch einmal auf die Suche nach einem schönen Schlafplatz.

Nach etwa einer halben Stunde Fahrt durch die idyllische Landschaft Schwedens wurden wir fündig. Direkt an einem kleinen Fluss fanden wir einen ruhigen Parkplatz, der für die Nacht wie gemacht schien.

Wir bereiteten uns noch etwas zu essen zu und ließen den Tag in aller Ruhe ausklingen. Während das Wasser gleichmäßig an uns vorbeiplätscherte und der Wald langsam zur Ruhe kam, wurden unsere Augen nach diesem erlebnisreichen Tag immer schwerer.

Tag 3 hatte alles zu bieten: beeindruckende Ausblicke, eine lange Wanderung, hilfsbereite Menschen, unerwartete Begegnungen mit Tieren und zum Abschluss einen idyllischen Schlafplatz am Fluss. Genau diese Mischung macht unseren Schwedenurlaub so besonders.

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