Urlaubstagebuch – Tag 5

Heute wurden wir nicht von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, sondern vom leisen Prasseln der Regentropfen auf unserem Dachzelt. Das Wetter hatte sich über Nacht komplett verändert. Doch anstatt uns die Laune verderben zu lassen, gehörte auch dieser Regen irgendwie zu Schweden dazu.

Da wir ohnehin alles zusammenpacken mussten, beschlossen wir spontan, den Vormittag zum Shoppen zu nutzen. Also machten wir uns auf den Weg in die nächste etwas größere Stadt.

Auch während der etwa halbstündigen Fahrt begleitete uns der Regen. Die Landschaft wirkte dadurch fast schon mystisch. Ein leichter Nebel hing über den Feldern, die Wälder erschienen noch dichter als sonst und die kleinen roten Holzhäuser wirkten, als wären sie direkt einem Bilderbuch entsprungen. Immer wieder fuhren wir an weiten Weiden vorbei, auf denen Kühe und Pferde friedlich grasten. Selbst bei schlechtem Wetter verlor Schweden nichts von seinem besonderen Charme.

Nach einem kurzen Einkaufsstopp gönnten wir uns erst einmal einen ausgiebigen Brunch. Auch die schwedische Küche überzeugte uns wieder einmal – einfach, aber unglaublich lecker.

Trotzdem wussten wir beide: Nicht die Städte oder das Essen waren der Grund, weshalb wir nach Schweden gereist waren. Es war die Natur, die Ruhe und die unzähligen Seen.

Also machten wir uns nach dem Essen direkt wieder auf den Weg. Unser nächstes Ziel lag nur wenige Minuten entfernt – ein weiterer See, der vielversprechend aussah.

Als wir ankamen, hatte der Regen glücklicherweise fast vollständig aufgehört. Wir bauten unser Lager auf und gingen anschließend hinunter ans Wasser. Eine ganze Weile saßen wir einfach nur da, schauten über den See und genossen die friedliche Atmosphäre. Das Wasser war nahezu spiegelglatt und nur gelegentlich zog eine leichte Brise über die Oberfläche.

Irgendwann stand fest: Heute wird wieder gebadet.

Gerade als wir uns umzogen, begann es allerdings erneut leicht zu regnen. Wir schauten uns kurz an und mussten beide lachen.

„Jetzt sind wir sowieso gleich nass.“

Also gingen wir trotzdem ins Wasser.

Der Regen störte uns überhaupt nicht. Im Gegenteil – es hatte sogar etwas Besonderes, während feine Regentropfen auf die Wasseroberfläche fielen und sich unzählige kleine Kreise bildeten. Das Wasser fühlte sich angenehm kühl an und außer uns war kaum jemand am See. Wieder einmal hatten wir das Gefühl, diesen Ort fast für uns allein zu haben.

Wie bestellt hörte der Regen genau in dem Moment auf, als wir wieder aus dem Wasser kamen.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit mehreren Runden Wikinger-Schach direkt am Strand. Ich musste allerdings neidlos anerkennen, dass meine Freundin an diesem Tag eindeutig die bessere Spielerin war – bis auf eine einzige Runde gingen alle Siege an sie.

Zum Abschluss des Tages bereiteten wir unser Abendessen zu und genossen die letzten Sonnenstrahlen des Abends am See. Während die Wolken langsam aufrissen und sich das warme Licht über das Wasser legte, ließen wir den Tag ganz entspannt ausklingen.

Der fünfte Urlaubstag zeigte uns einmal mehr, dass es nicht immer strahlender Sonnenschein sein muss. Selbst Regen kann Schweden eine ganz besondere Atmosphäre verleihen – und manchmal entstehen gerade an solchen Tagen die schönsten Erinnerungen.

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