Es gibt Fotos, bei denen die Geschichte dahinter fast mehr zählt als das Bild selbst. Dieses hier ist so ein Fall.
Der Weg dahin
Ich war am zweiten Abend mit meiner neuen Canon EOS R7 unterwegs, in der vertrauten Natur rund um das Heimatdorf meiner Eltern. Durch ein kleines Wäldchen, über eine Brücke, links abgebogen – ein gutes Stück zu Fuß, ohne konkretes Ziel, nur mit der Hoffnung auf ein gutes Motiv.
Dann, auf der anderen Seite eines Grabens: ein Reh, in der Ferne auf einer Wiese. Der Graben war im Hochsommer komplett ausgetrocknet, also entschied ich mich kurzerhand, hindurchzugehen.
Anschleichen
Auf der anderen Seite fand ich mich auf einer frisch gemähten Wiese wieder, auf der gerade Heu trocknete. Ich beobachtete das Reh immer wieder – und jedes Mal, wenn es in meine Richtung schaute, erstarrte ich komplett, um nicht aufzufallen.
An der Wiesenkante legte ich mich vorsichtig ins hohe Gras, nur die Arme auf der gemähten Fläche, um die Kamera stabil zu halten. Durch den Sucher konnte ich das Reh beobachten wie mit einem Fernglas – und dank des digitalen, lautlosen Auslösers machte ich nebenbei, praktisch geräuschlos, Serienbilder.
Die Annäherung
Das Reh bewegte sich schräg über die Wiese – direkt auf mich zu. Es wollte offenbar denselben Graben durchqueren, den ich schon hinter mir hatte. Schritt für Schritt kam es näher, bis es nur noch etwa 10 Meter entfernt stand.


An diesem Punkt musste ich meine Arme umpositionieren, um weiter fotografieren zu können. Genau in diesem Moment bemerkte mich das Reh – konnte mich aber nicht zuordnen. Neugierig kam es noch näher, um herauszufinden, was da im Gras liegt.
Bei weniger als 7 Metern Abstand identifizierte es mich schließlich als Gefahr, gab einen Bellruf von sich und lief zurück, woher es gekommen war.
Der Moment
So nah war ich einem entspannten Reh noch nie gekommen. Der lautlose Verschluss der R7 war dabei der entscheidende Faktor – ohne das mechanische Klick-Geräusch, das die Aufnahme sonst begleitet hätte, konnte ich den ganzen Moment ausreizen, ohne das Tier vorzeitig zu verscheuchen.
Das Ergebnis: ein Reh im direkten Blickkontakt, in tiefblauem Dämmerungslicht, beide Läufe im Schritt eingefangen, scharf und ohne störendes Rauschen – trotz wenig Licht und improvisierter Stabilisierung nur mit den eigenen Armen statt Stativ.
Fazit
Nach dem Umstieg von meiner alten Canon EOS 7D war das der erste Moment, der mir gezeigt hat, was mit der richtigen Technik im entscheidenden Augenblick möglich wird: kein Verschlussgeräusch, verlässlicher Autofokus auch bei wenig Licht, ein Bildstabilisator, der eine improvisierte Freihand-Position wie diese überhaupt erst nutzbar macht.

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