Urlaubstagebuch – Tag 8

Nach einer etwas unruhigen Nacht wachte ich heute Morgen erst nach meiner Freundin auf. Wir frühstückten gemeinsam ganz in Ruhe, packten anschließend unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zu unserem heutigen Ziel.

Schon lange hatte ich mich auf diesen Tag gefreut.

Unser Ziel war das Fotevikens Museum, ein Wikingermuseum ganz im Süden Schwedens.

Schon beim Betreten merkte man sofort, wie viel Liebe zum Detail in dieses Museum gesteckt wurde. Es handelt sich nicht um ein klassisches Museum mit Vitrinen und Schautafeln, sondern um ein vollständig nachgebautes Wikingerdorf. Zwischen den Holzhäusern laufen Menschen in originalgetreu nachgebildeter Wikingerkleidung umher, schmieden Eisen, arbeiten mit Holz oder zeigen, wie der Alltag vor über tausend Jahren ausgesehen haben könnte. Man hat nicht das Gefühl, durch ein Museum zu laufen – vielmehr fühlt es sich an, als wäre man selbst in die Wikingerzeit zurückgereist.

Das Highlight unseres Besuchs war jedoch die Vorführung.

Zunächst schauten wir uns die Aufführung auf Schwedisch an. Obwohl wir längst nicht alles verstanden, konnte man der Handlung gut folgen. Anschließend wurde dieselbe Geschichte noch einmal auf Englisch aufgeführt, wodurch wir die Geschichte deutlich besser nachvollziehen konnten.

Die Vorführung erzählte von einem Konflikt zwischen verschiedenen Dorfbewohnern und einem Wikingerhäuptling. Es ging um Ehre, Streitigkeiten und die Entscheidungen, die innerhalb einer Gemeinschaft getroffen werden mussten. Immer wieder wurde das Publikum mit einbezogen, wodurch die Aufführung sehr lebendig wirkte. Die Darsteller spielten ihre Rollen mit so viel Begeisterung, dass man sich schnell mitten im Geschehen wiederfand.

Zwischen der schwedischen und der englischen Vorstellung hatten wir genügend Zeit für eine Mittagspause.

Direkt neben dem Museum befindet sich ein Barbecue-Restaurant. Als wir die Speisekarte sahen, mussten wir zunächst schlucken – die Preise waren alles andere als günstig. Trotzdem entschieden wir uns, dort zu essen.

Und was soll ich sagen?

Jeder einzelne Cent war es wert.

Schon als die Burger serviert wurden, lief uns das Wasser im Mund zusammen. Frisch gebackene Brötchen, perfekt gegrilltes Fleisch, geschmolzener Käse, knackiger Salat und eine unglaublich leckere Burgersoße – alles passte einfach perfekt zusammen. Dazu gab es knusprige Pommes, die außen goldbraun und innen herrlich weich waren.

Ich esse wirklich gerne Burger, aber einen so guten Burger habe ich vorher noch nie gegessen. Selbst jetzt, wenn ich an diesen Moment zurückdenke, läuft mir wieder das Wasser im Mund zusammen.

Falls ihr einmal in Südschweden unterwegs seid und das Fotevikens Museum besucht, kann ich euch dieses Restaurant wirklich nur ans Herz legen. Für uns war es eines der kulinarischen Highlights der gesamten Reise.

So gut hatte es uns geschmeckt, dass wir nach unserem Rundgang durch das Wikingerdorf sogar noch einmal dort einkehrten und unser vorgezogenes Abendessen ebenfalls dort holten.

Da bis zum Abend noch etwas Zeit blieb, machten wir uns anschließend auf den Weg zu unserem letzten Übernachtungsplatz der Reise.

Dieser befand sich etwas versteckt in einem Waldstück in der Nähe von Torups Slott.

Dort angekommen bauten wir zunächst unser Dachzelt auf. Obwohl wir bereits einige Kilometer in den Beinen hatten, fragte ich meine Freundin, ob wir noch eine kleine Abendwanderung machen sollten.

Zum Glück sagte sie zu.

Schon nach den ersten Metern wussten wir, dass sich die Entscheidung gelohnt hatte.

Der Wanderweg führte durch einen wunderschönen Buchenwald. Große alte Bäume ragten links und rechts des Weges empor, während das dichte Blätterdach das Sonnenlicht in ein angenehm weiches Grün verwandelte. Kleine Holzstege überquerten feuchte Senken und schmale Bachläufe, dazwischen schlängelte sich der Weg sanft durch den Wald. Immer wieder entdeckten wir gemütliche Rastplätze mit Holzbänken und kleinen Schutzhütten, die zum Verweilen einluden.

Besonders gefallen hat uns die Beschilderung des Wanderweges. An vielen Bäumen waren kleine gelbe Markierungen angebracht – manche sogar mit einem aufgemalten Smiley. Diese kleinen Details verliehen dem Weg einen ganz eigenen Charme und sorgten immer wieder für ein Lächeln.

Je länger wir unterwegs waren, desto ruhiger wurde der Wald. Außer dem Rascheln der Blätter und dem Gesang der Vögel war kaum etwas zu hören. Obwohl wir diese Wanderung zunächst nur als kleinen Abendspaziergang geplant hatten, entwickelte sie sich zu einem wunderschönen Abschluss unserer Reise.

Zurück am Auto spannten wir noch einmal unsere Hängematte zwischen zwei Bäumen und machten es uns für den Abend gemütlich. Während wir den Wald um uns herum beobachteten, ließen wir die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren.

Als es langsam dunkel wurde, kroch ich ein letztes Mal in unser Dachzelt. Noch einmal lauschte ich den nächtlichen Geräuschen der schwedischen Natur – dem leisen Rascheln der Bäume, dem Zwitschern der letzten Vögel und der besonderen Ruhe, die wir in den vergangenen Tagen so lieben gelernt hatten.

Es war unser letzter Abend in Schweden. Morgen würde unsere Reise zu Ende gehen. Doch bevor wir die Heimfahrt antreten würden, wartete noch ein ganz besonderer Ort auf uns.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: Inhalt ist Geschützt!!